Vor den LpA-Lohn haben die Götter (in Weiß) den LBB-Schweiß gestellt

Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung des Beitrages über die Leser-Blatt-Bindung (LBB) und nähert sich dem Thema mal aus einer etwas anderen Perspektive.

In der Leser-Blatt-Bindung drückt sich die Wertschätzung des Lesers für „seine“ Fachzeitschrift aus – mithin seine Sympathie. Kommt uns dieser Begriff nicht irgendwie bekannt vor? Da gibt es doch den guten alten Markendreiklang:

Bekanntheit;  Sympathie;  Verwendung

Der gilt für jede Form von Markenaufbau. Betrachten wir medizinische Fachzeitschriften doch einfach mal als Marke.

Für eine breite Bekanntheit sorgen die medizinischen Fachverlage allein schon durch den freien Versand an ihre Leser.  Jede neue Arztadresse wird gierig eingepflegt und sofort mit einem druckfrischen Verlagsprodukt beliefert. Bei dem Fleiß, mit dem dies geschieht, ist der Job mit der Bekanntheit als erledigt zu betrachten.
Die Verwendung der Marke „Fachzeitschrift“ wird in der LA-MED mit verlässlicher Gründlichkeit und professioneller Pünktlichkeit gemessen und in der Maßeinheit LpA akribisch publiziert.
Als Gattung behauptet die Fachzeitschrift ihren Spitzenplatz in der Rangfolge der bevorzugten Informationsquellen seit Jahren tapfer. Gravierende Unterschiede in der Verwendung tun sich aber auf, wenn wir die Einzelergebnisse betrachten.
Die Erklärung dafür kann doch nur – von ein paar wenigen Nebenaspekten abgesehen – in dem Abschnitt dazwischen liegen, in der Sympathie. In der LA-MED wird die gemessen mit der Vermissens-Frage oder LBB.

Wie kann denn eine Fachzeitschrift ihre Sympathie-Werte verbessern?

Ja natürlich ist das eine rhetorische Frage.
Jeder Journalist kennt die Antwort: schreibe fesselnd, packe deine Leser mit ihren eigenen Themen, recherchiere gründlich und bleibe immer glaubwürdig. Und mach das gefälligst besser als alle anderen.
An der Journalistenschule füllen diese kurzen Regeln natürlich mehrere Semester. Erst im harten Verlagsalltag kommen die Schweißausbrüche. Da gibt es dann auf einmal Anzeigenkunden. Und weil die ihr bestes geben, nämlich ihr Geld, wollen sie auch etwas zurück haben, nämlich redaktionelle Erwähnung.
Und was dann oft als sogenannte Pressemeldung auf dem Schreibtisch des Journalisten landet, lässt sich weder mit gründlicher Recherche, noch mit fesselndem Schreibstil, schon gar nicht mit packender Relevanz in glaubwürdigen Journalismus verwandeln.

Je bedingungsloser diese Abhängigkeit, desto dramatischer der Qualitätsverlust. Also, wie war nochmal der Mittelteil? Sympathie!

Um die muss der Journalist mit jedem einzelnen Beitrag ringen. Lassen wir ihm dazu den notwendigen Freiraum! Wir, die wir über die Verteilung von Anzeigengeldern entscheiden, sind aufgefordert, eine Zeitschrift zu belegen, weil sie nachweislich von den Lesern geschätzt wird. Und nicht wegen der erwarteten Clippings. Auf diesem Weg winkt uns viel größerer Ertrag, nämlich die Wertschätzung unserer Zielgruppe, die sich vom Werbeträger auf den Werbetreibenden überträgt. (erstmalig publiziert im März 2012)

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